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Wie die Atmung hilft, Sorgen wegzuschieben

Weiterhin darf ich keine Atemfreude-Gruppen anbieten, sodass ich mich darauf fokussiere, das psychische Wohlbefinden der SeniorInnen zu unterstützen.
Eine Möglichkeit, Bedrückendes loszuwerden und innerlich Distanz dazu aufzubauen, ist das „Sorgen wegschieben“.
Dazu setzen wir uns aufrecht hin und legen die Hände geöffnet und mit den Handflächen nach oben gedreht auf dem Schoß ab.
Zu Beginn lassen wir den Atem strömen und beobachten ihn einfach nur.
Dann verlängern wir den Ausatem minimal und bauen etwas Druck auf, während die Luft aus uns strömt. Dies gelingt zum Beispiel durch Schnauben, Zischen oder die Lippenbremse: Der Ausatem wird auf diese Weise intensiviert und verlängert. Mehrere Atemzüge hindurch atmen wir bewusst kräftig aus.

Nach einigen Atemzyklen nehmen wir uns bewusst die Sorgen vor, die uns automatisch durch den Kopf spuken, sobald wir versuchen, innerlich zur Ruhe zu kommen.
Gedanklich benennen wir eine Befürchtung und schieben sie mit dem Ausatem fort. Dazu schnauben oder zischend wir wieder beim Ausatmen und heben unsere Hände und Arme, um pantomimisch die Sorge mit dem verstärkten Ausatem wegzuschieben. Wir können uns vorstellen, die Sorge sei in einer Kiste verpackt, die wir mit kräftigem Schub über den Boden nach vorn weg schubsen. Dazu passt das zischende Geräusch des Ausatems, als ob die Kiste über einen rauen Boden rutscht.
Mit jedem Ausatem nehmen wir uns eine andere Angst oder Sorge vor, um sie nachdrücklich von uns zu weisen.
Hartnäckige Gedanken können auch mehrere Schübe benötigen, bis wir uns gedanklich von ihnen lösen können.

Unsere Gedanken spielen sich nur in unserem Kopf ab.
Unsere Sorgen leben nur dort, außerhalb unseres Denkens sind sie nicht real.
Wir selbst können entscheiden, ob wir Ängste in unserem Kopf leben und Wurzeln schlagen lassen oder ob wie ihnen das Asyl verweigern.
Die Übung des „Sorgen wegschiebens“ kann helfen, Abstand zwischen den eigenen Gefühlen und Gedanken zu etablieren:
Wir sind nicht verpflichtet, uns zu ängstigen und zu grämen.
Wir können es auch einfach bleiben lassen.

 

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